Steg(zu)haus

Die Gastronomie ist im Lockdown. Das Steg-Haus verwöhnt seine
Kunden daher aus der Ferne mit Kochboxen für zu Hause.

Deine Region kocht! So der Name einer Initiative, die in der Küche des StegHauses wurzelt und in Zeiten des Lockdowns feine Speisen und einen Hauch von Restaurant-Feeling in die heimischen Küchen bringen soll. Jeden Mittwochabend kocht das Küchenteam vom Steg-Haus Gerichte und streamt das Ganze ins Netz. Vorab kann sich ein jeder eine Kochbox nach Hause ordern, in der die benötigten Zutaten enthalten sind. „Es geht uns um das Erlebnis, einmal in der Woche einfach mal wieder etwas vorzuhaben“, erklärt Geschäftsführerin Nicole Schwalm.

 

Regional und saisonal
Das neue Geschäftsmodell war ursprünglich nur darauf ausgelegt, wöchentlich im Live-stream gemeinsam zu kochen. Die einzelnen Gerichte sind inzwischen aber so gefragt, dass vergangene Livestream-Speisen nun nachgeordert werden können. Die Palette erstreckt sich auch über eine vegetarische Bandbreite und hält so für nahezu jeden etwas parat.

Um die köstliche Vielfalt einmal auszuprobieren, stellt das Steg-Haus auch für SUBWAY eine Kochbox zur Verfügung: Saltimbocca von der Pute mit selbstgemachten Gnocchi und cremigem Spitzkohl. Alles, was für die Zubereitung erforderlich ist, liegt der Box bei. „Priorität ist dabei auch, saisonal zu kochen und wenn möglich auf regionale Zutaten zurückzugreifen“, so Nicole Schwalm. Spitzkohl passt zum Winter, das Fleisch ist von einem regionalen Schlachter. „Es geht auch darum, den Handel vor Ort zu unterstützen“, fügt die Geschäftsführerin hinzu.

Ran an den Herd
Mit der Kochbox vor dem Herd zu stehen, erleichtert grundsätzlich vieles, denn nichts darin ist überflüssig. Sogar die Butter, die zu den Kartoffeln kommt, um den Gnocchi-Teig vorzubereiten, ist Teil der Box.
Sich am Rezept abzuarbeiten, sollte für niemanden ein größeres Problem sein: Den Spitzkohl in Streifen schneiden und mit einer Zwiebel andünsten, dann mit Sahne ablöschen und einkochen lassen, Gnocchi aus dem Kartoffelstampf formen und in Öl goldbraun braten. Dazu dann das Herzstück des Gerichts, die Putenbrust, präparieren und zwar so, wie es der nicht sonderlich ausgebuffte Hobbykoch vielleicht normalerweise nicht tut: Das Fleisch wird mit Salbeiblättern belegt und anschließend in Parmaschinken eingerollt. Diese Päckchen werden dann kurz scharf angebraten, um schöne Röstaromen zu entwickeln, und anschließend im Ofen fertig gegart, um sie vor dem Austrocknen zu bewahren – ein absoluter Hochgenuss. Der Salbei und der luftgetrocknete Schinken harmonieren auf ungeahnte Weise hervorragend miteinander. Der salzige Schinken schmeichelt der naturellen Pute sehr, sodass hinterher zu Tisch mit ein bisschen grobem Pfeffer ein rundes Geschmacksbild entsteht. Gerade um neue Denkanstöße für die eigenen Küchenaktivitäten zu erschließen, ist so eine Kochbox schon sehr hilfreich. Auf der Instagram-Seite @deineregionkocht werden die Livestream-Mitschnitte hinterher als Video angeboten, so kann man sich auch hier nochmal ergänzend zum beigelegten Rezept ein paar Handgriffe von den Profis abschauen.

Und es klappt!
Wie so viele andere, waren durch Corona auch die Gastronomiebetriebe dazu verdonnert, sich neue Tätigkeitsfelder zu erschließen. Wie erfreulich ist es da, wenn solch neue Ergänzungen des Angebots gut angenommen werden! Darüber ist auch Nicole Schwalm sehr glücklich: „Über den Sommer war es etwas ruhiger, Leute sind wieder in Restaurants gegangen. Das fällt nun im Lockdown natürlich erneut flach. Seit Dezember werden deshalb wieder viele Kochboxen bestellt.“
Auch an einer Namensänderung – anfangs hieß das Projekt noch „Braunschweig kocht“ – lässt sich das wachsende Interesse erkennen. „Mittlerweile hat es sich ausgedehnt bis Wolfsburg und Peine. Wir verschicken die Boxen nun auch per Post.“

Den Restaurantbetrieb zu ersetzen – das schafft die Initiative jedoch nicht. Das Flair der Gastronomie lässt sich nicht nach Hause holen und auch monetär ist es für das Steg-Haus allenfalls ein Falltuch: „Wirtschaftlich ersetzt dieses Geschäft nicht den normalen Restaurantbetrieb. Aber es sorgt immerhin dafür, dass wir unsere Mitarbeiter weiter einsetzen können. Die Belegschaft der Küche bleibt so in Lohn und Brot.“ Und darum geht es schlussendlich: Die lokale Gastronomie zu supporten, um dann die liebgewonnenen Lokale auch nach Corona noch genießen zu können.

Fotos Leevke Draack

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Simon Henke

Geschrieben von Simon Henke

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