Home of Birds

If a Bird e.V. – für mehr Platz für Empowerment, Diversität und gute Musik.

Ein Safe Space, an dem sich talentierte junge Sänger:innen, die nicht zur Mehrheitsgesellschaft gehören so sicher fühlen, dass sie ihre persönlichsten Gedanken und Gefühle teilen und in professionelle Songs verpacken – der Verein „If a Bird“, gegründet von Musiker:innen-Ehepaar Tiana Kruškić und Billy Ray Schlag, soll genau das sein und darüber hinaus einen Teil zur Gleichstellung beitragen. Welche Projekte die Initiator:innen bereits im Zeichen der Diversität und Toleranz realisieren konnten, warum es so wichtig ist, sich den inneren Dämonen zu stellen und welchen Einfluss Musik auf die Welt und die Sichtweisen der Menschen haben kann, verrät uns Tiana im Gespräch.

„Wir bleiben unangenehm“
Tiana und Billy Ray haben neben ihrer eigenen Funk-Band Kleopetrol schon einige Projekte zur Förderung junger Musiker:innen, wie beispielsweise 2014 die „New SoulGeneration“, auf die Beine gestellt, die mittlerweile aus drei verschiedenen Soul- und Funk-Bands in Deutschland, Bosnien und Kroatien besteht. 2020 konnten sie pandemiebedingt nicht auf Tour gehen, hatten mehr Zeit und ergriffen die lang ersehnte Chance, einen Verein zu gründen. Mit der Gründung von If a Bird konnten sie ihre Förderung durch Sponsoring und weitere Kooperationspartner noch weiter ausbauen: Sie begleiten junge Gesangstalente in Form von professionellen Coachings, einer Band und organisierten Gigs. Vor allem das seit 2021 bestehende Konzept der „Soul of Braunschweig“ ist besonders beliebt: Jedes Jahr suchen Tiana und Billy Ray neun regionale Talente, die sie im Rahmen ihrer Master Classes vom ersten eigenen Song bis zur Live-Performance auf der Bühne begleiten. Nicht nur mit professionellem Equipment und vielen erfahrenen Partner:innen, sondern auch mit eigenen Erfahrungswerten und Tipps steht das Künstler:innen-Duo den Birdies zur Seite. Mit If a Bird möchten sie einen Schritt in Richtung Gleichberechtigung gehen und Jugendlichen, die nicht zur Mehrheitsgesellschaft gehören, Gehör verschaffen. Tiana betont, dass auf dem Weg zur Gleichberechtigung noch einiges zu tun ist: „Wir empfinden uns als Gleichstellungsverein für Empowerment von und durch Musik und Politik, da Marginalisierung auch immer politisch ist.“ Sie seien die Lobby derjenigen, die keine Lobby haben und sie wollen weiter unangenehm bleiben. Damit ist gemeint, die Politik und die Stadt immer wieder zu konfrontieren, wachzurütteln und Verständnis zu schaffen. Dass ihre Bemühungen reale Veränderungen herbeiführen, haben sie unter anderem letztes Jahr bewiesen: Durch einen Deal fand die Festivalmesse „Alternative sein Vater“ in der Milleniumhalle Braunschweig statt und verhinderte somit die Nutzung der Halle als Tagungsraum der AfD.

Geteilte Dämonen werden kleiner
Dieses Jahr fand „Alternative sein Vater“ im Skatepark Braunschweig statt und brachte junge Visionär:innen aus ganz Deutschland zusammen, die sich mit ihren Initiativen für Vielfalt und Toleranz einsetzen. Auf der Festivalmesse haben sie die Chance, sich auszutauschen und neue Synergien zu schaffen. Neben der Veranstaltung als Netzwerkmöglichkeit gibt es für alle Besucher:innen ein kostenloses, buntes Bühnenprogramm von Tanz-Acts, Interview-Talks bis hin zu den Performances der Birdies. Die Shows der New Soul Generation und der Soul of Braunschweig sind jedes Jahr ein besonderes musikalisches Highlight – für das Publikum sowie die Sänger:innen selbst. Ihre Songs sind persönlich und lassen nicht selten tief in ihre Seele blicken. Erfahrungen wie das Aufwachsen in patriarchalen und rassistischen Strukturen, Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe und sexueller Orientierung, das Gefühl, nicht gehört zu werden und einsam zu sein – all diese Erfahrungen teilen sie in ihren Texten und regen zum Nachdenken an, ohne anklagend den Zeigefinger zu erheben. Die Songs haben laut Tiana nicht nur einen positiven Effekt auf die persönliche, sondern auch auf die gesellschaftliche Entwicklung. „Wenn wir uns unseren Dämonen stellen, verlieren sie oft an Macht und gleichzeitig können wir anderen mit ähnlichen Geschichten helfen“, erzählt Tiana. Außerdem bestehe das Publikum häufig aus Menschen der Mehrheitsgesellschaft, die den Mut der Birdies bewundern und die Denkanstöße schätzen.

Gemeinsam für die Mission
Für die Sängerin hat Musik eine ganz besondere Kraft, die Dinge in eine Story zu verpacken und gleichzeitig Emotionen zu transportieren. „Ein guter Song kann vielen Menschen aus der Seele sprechen, Sichtweisen verändern, fremde Lebensrealitäten näherbringen und die Hörer:innen herausfordern“, meint Tiana. Die Mission des Vereins wird laut der Initiatorin bislang gehört und angenommen. Letztes Jahr erhielten die Gründer:innen von If a Bird die Bürgermedaille für besondere Verdienste der Stadt Braunschweig, was für sie ein sehr bewegender und hoffnungsvoller Moment war. Regionale Förder:innen wie die Braunschweigische Landessparkasse (BLSK), manyFACES, DJ EVOLUTION und GROSS FORM ART unterstützten bereits Projekte wie „Alternative sein Vater“.
Wer die Künstler:innen der Soul of Braunschweig live erleben will, kann sich auf den 19. August im Kaffeehaus Braunschweig, auf den 26. August im Livestream und auf den 2. September im westand freuen, wo sie ihre eigenen Songs performen.
Danke für die (Soul-)Power, die ihr in der Region, deutschlandweit und international verbreitet!

Fotos Stormy, Andreas Rudolph

Vergiss nicht, abzustimmen.
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0

Was denkst du?

Lina Tauscher

Geschrieben von Lina Tauscher

Schreibe einen Kommentar

Avatar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

GIPHY App Key not set. Please check settings

Support Your Scene – Juni 2023

Wir lieben das Leben!