Die nackte Wahrheit: StreetFoodBro Fabian Haars

Kennt ihr eigentlich schon…

… StreetFoodBro Fabian Haars?

Er ist der markante Wuschelkopf mit breitem Lächeln und lässigem Style: Fabian Haars – hauptberuflich als Marketingleiter bei der IServ GmbH tätig, aber wahrscheinlich vielen Leuten aus der Region eher als StreetFoodBro bekannt. Im Winter 2018 erfüllte sich der Vollblut-Foodie gemeinsam mit seinen Kompagnons Benjamin Brinkmann und Bastian Springer und mit handwerklicher Unterstützung der Holzmanufaktur Woodheadz den Traum vom eigenen Foodtruck. Seither zieht die populäre Falafel-Disko durchs Land, servierte schon Gaumenfreuden beim RENEW- und Okerinsel Festival und hielt sogar schon im Kliemannsland, um dort bombastische Linsensuppe zu kredenzen. 2019 droppten die StreetFoodBros außerdem ein Kochbuch in Kollaboration mit dem hiesigen Premium-Bierbrauer Wolters – ganz nach dem Credo „Eat it, drink it, love it“. Der 41-Jährige sprudelt voll innovativer Ideen. Im ersten Lockdown gründete er beispielweise mit Gastronom Patrick Witte vom Monkey Rosé die gemeinnützige Initiative Cheer’s Kitchen, um systemrelevanten Einsatzkräften wie etwa Pfleger:innen und Ärzt:innen als Dankeschön und Anerkennung für ihren Einsatz etwas zurückzugeben: Eine gute Mahlzeit für die Seele. Darüber hinaus ist Fabian zweifacher Preisträger des Braunschweiger Marketingpreises und gibt mit der Videoserie „Auf nen Sprung“, die in Zusammenarbeit mit der BLSK entsteht, Einblicke in die hiesige Szene des Handwerks und Genuss’.

 

Fabian, IServ, StreetFoodBros, Cheer’s Kitchen – wie viele Stunden hat dein Tag?
Ganz ehrlich? Gefühlt 72, aber am Ende dann doch nur 24.

Bist du überhaupt gut im Langeweilen?
Nichts zu tun, halte ich leider überhaupt nicht aus. Da bin ich wirklich richtig schlecht drin. Mit meinem Bekannten Babak habe ich folgenden Scherz: „Zu viele Ideen für zu wenig Fabi!“ Gilt by the way auch für ihn.

Inzwischen nutzen drei Millionen Schüler:innen IServ. Wie steht es durch die Corona-Pandemie um die Digitalisierung in Schulen?
Die Pandemie war der Booster für die Schuldigitalisierung in Deutschland. Sind wir mal ganz ehrlich: Wer von uns hat vor Corona Videokonferenzen, kollaborative Tools und so weiter im täglichen Bürojob genutzt? Bestimmt sehr wenige. Und genau so ist das nun in der Schule auch: Es ist durch den Zwang, auf Distanz Unterricht zu machen, fast Normalität geworden, digitale Tools in der Schule zu nutzen. Dennoch stehen wir mit der Schuldigitalisierung in Deutschland immer noch am Anfang.

In der Corona-Pandemie hast du gemeinsam mit Patrick Witte und anderen Kooperationspartnern die Initiative Cheer’s Kitchen gegründet. Was bedeutet gemeinnützige Arbeit für dich?
Gemeinnützig tätig zu sein, ist für mich ein Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung, die jede:r Bürger:in wahrnehmen sollte. Es gibt so viele gute Initiativen und Vereine, in denen sich Menschen engagieren. Das ist eine der wesentlichen Säulen, auf denen unser Zusammenleben fußt.

Als StreetFoodBro bist du auch regelmäßig mit deinem selbst ausgebauten Foodtruck unterwegs. Wie heiß war es in diesem Sommer im Truck?
Also heiß her geht es bei uns ja eigentlich immer. Wir wollen mit unseren Soul-Food-Sandwiches den Leuten ja was Besonders bieten. Und was mich besonders freut, ist dass wir dieses Jahr schon an so vielen tollen Events in der Stadt teilnehmen durften und ein Teil dieser wunderbaren Momente sein konnten. Ich sag nur: Okerinsel Festival. Da wird mir immer noch ganz heiß. (lacht)

Ihr wart in Braunschweig die Ersten, die Streetfood Events und Festivals veranstalteten. Warum ist Streetfood so geil?
Streetfood ist ein Vehikel, das Menschen verbinden und Barrieren abbauen kann. Wer sich darauf einlässt, bewegt sich aus seiner Komfortzone und ist bereit, etwas Neues zu erleben. Das macht Streetfood so geil, wenn man es richtig macht.

Du bekommst auch regelmäßig Besuch von den legendären BuppetS – Hand aufs Herz: Wen findest du am flauschigsten?
(lacht) Das sind schon echt quirlige Kerlchen. Also Lenny hat ja bei uns schon sein Falafel-Diplom gemacht. Der gehört ja fast zum Inventar. Aber vom Flauschfaktor denke ich, dass Flap doch noch etwas verschmuster ist.

Ihr habt sogar ein Kochbuch veröffentlicht: „Wolters x StreetFoodBros“. Welches Rezept ist dein liebstes?
Das Radlersorbet. Das ist wirklich so genial, cremig, sauer, süß. Und schmeckt nach Bier, ohne in einem Eis zu nerven. Das hat Suchtpotenzial.

Woher kommt deine Leidenschaft fürs Kochen?
Natürlich über meine Mama und meine Oma und meine viele Zeit in Griechenland. Da dreht sich ja fast alles um gutes Essen, Zubereitung und Zutaten. Aber auch durch viele Freunde, für die Kochen und Essen mit Freunden immer ein wesentlicher Bestandteil des Lebens war und ist.

Welcher Food-Trend ist overrated?
Burger und Pulled-Gerichte sind komplett overrated. Ich persönlich halte auch nichts von den exzessiven Vegan-Trends, die am Ende ein
reines Industrieprodukt sind.

Und welcher underrated?
Underrated ist für mich echte regionale und saisonale Küche und ein echter nachhaltiger Lebensstil ohne Marketing-Bla-Bla. Und beim Konsum von tierischen Produkten sollten sich alle mal zügeln oder eben ganz drauf verzichten.

Woher kommt deine Leichtigkeit vor der Kamera?
Ist das leicht? Ich find mich da eher gehemmt. Aber ein Kasperkopf war ich ja schon immer. Ich denke mal, weil wir das Format mit einem tollen Team umsetzen, dem ich vertraue und mit dem ich mich wohlfühle.

Wie steht es in der Region um die Themen Support und Netzwerk?
Ich glaube, dass ich mit der bewussten Entscheidung, mich von toxischen Menschen zu trennen und mich an werteorientierten Menschen zu binden, eine tolle Bubble gebaut habe. Die ganzen Projekte, die wir gemeinsam anstoßen, sind großartig und jede:r gibt sein Bestes mit rein. Da gehts nicht um Geld, sondern um das Einbringen von Ideen und Impulsen, um eine Idee auf die Piste zu bringen. Einen besseren Support kann man ja nicht haben. Das gilt für beide Richtungen.

Dein Lieblingsort in der Region?
Das ist richtig schwierig. Das hängt davon ab, was ich grad mache. Super inspirierend und cool finde ich beispielsweise die Donnerstage in der Spinnerstraße. Und zum Kopffreikriegen die vielen Wiesen und Felder rund um Wendeburg, den Harz, Elm oder die Südheide…

Was nervt manchmal?
Ich mich selbst, wenn ich meine Resilienz verliere.

Was ist eine Sache, von der alle Leute begeistern scheinen und du kannst einfach nicht nachvollziehen, wieso?
Dämliche TV-Formate, komische Influencer und der Konsum von Dingen,
die man echt nicht braucht.

Bei welchem Song im Radio drehst du laut auf?
Aktuell die neuen Alben von Wanda und Kraftklub.

Bei welchem wechselst du den Sender?
Eigentlich alles, was im Mainstream-Radio läuft.

Würdest du lieber etwas versuchen und dabei scheitern oder es
gar nicht erst versuchen?

Es gibt da diesen Spruch: „Machen ist wie wollen, nur geiler!“ Ich denke,
das ist ‘n Mantra von mir.

Wofür hast du zuletzt richtig unnötig Geld ausgegeben?
Ich habe mir zwei Sakkos gekauft, weil ich mir dachte, dass es cool ist, auch mal wieder Smart-Casual im Büro rumzulaufen. Das Feedback von allen Seiten war: „Wer bist du und warum tust du das?“ Na danke…

Wofür brauchst du am meisten Disziplin?
Die Dinge für mich und andere im Projektmanagement zu ordnen. Auch wenn viele denken, ich sei ein kreativer Wuschelkopf, bin ich vor allem penibel und ergebnisorientiert. Da muss ich auch aufpassen, mich und andere mit meinem Anspruch nicht zu überfordern.

Auf welche Frage hättest du gern eine Antwort?
Wie wir es schaffen können, die wichtigen Probleme der aktuellen Zeit zu bewältigen, damit in den Nachrichten endlich mal nur erfreuliche Dinge stehen.

Über welches Thema könntest du spontan einen 30-minütigen TED-Talk halten?
Über Markenkommunikation. Das könnte ich aber auch ‘nen ganzen Tag.

Was wolltest du als Kind werden?
Meeresbiologe und Archäologe.

Was treibt dich im Leben an?
Meine stete innere Unzufriedenheit mit mir selbst.

 

Foto Gil Bartz

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Denise Rosenthal

Geschrieben von Denise Rosenthal

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