Alles andere als kryptisch

Cryptex

7. Mai | KufA Haus (BS)
kufa.haus

Die Salzgitteraner Progressive-Folk-Rocker von Cryptex spielen am 7. Mai im KufA Haus ihre lang herbeigesehnte Release-Show zum 2020 erschienenen Album „Once Upon a Time“.

Seit 2008 erobern Cryptex nicht nur europaweit, sondern auch in den USA Bühnen und Herzen von Musikliebhaber:innen. Sogar die lebende Legende Alice Cooper haben sie schon supportet. 2022 soll es für Simon, David und André jetzt endlich da weitergehen, wo sie vor zwei Jahren so abrupt aufhören mussten. Mit musikalischer Vielfalt, großer Spielfreude und einer Menge Herzblut im Gepäck freuen sie sich riesig, jetzt endlich ihr „neues“ Album „Once Upon a Time“ auch live präsentieren zu dürfen. Wir haben mit Gitarrist André darüber gesprochen, was wir von den Jungs in Zukunft erwarten dürfen und wie die Band keineswegs ideen- und tatenlos ihre Lockdowns verbracht hat.

 

Harte Gitarren, weicher Kern
Nach einem ersten Blick auf die Webseite und die dort in Szene gesetzten Bilder von Cryptex entsteht erstmal der Eindruck, man bekäme es gleich mit skrupellosen Wikingern oder brutalen schottischen Highland-Kriegern zu tun. Aber weit gefehlt! Denn nicht nur, wer musikalisch auf der Suche nach 0815-Celtic- oder Death-Metal ist, wird hier leer ausgehen. Auch rüpelhafte Rockstar-Attitüden sind Cryptex völlig fremd. Was den mittelalterlichen Look angeht, meint André: „Ich glaube, es ist noch so eine Art Überbleibsel. Was wir geil finden, ist einfach diese gesamte Aufmachung.“ Selbst wenn es keine festen Bühnenoutfits gibt, wird während der Liveshows doch so etwas wie ein Muster erkennbar und auf den Kilt von Sänger Simon wollen auch die Fans definitiv nicht verzichten. Jenseits der Bühne gilt allerdings: Kamillentee statt Honig-Met und Herzlichkeit statt harte Typen. Auch Andrés Vorliebe für Hunde stellt sich entschlossen gegen das Image eines Metalheads, – wobei er alle Tiere liebt. Nur Hunde eben etwas mehr als Katzen.

Salzgitter Internationals
Auch der Erfolg vorheriger Platten und Live-Shows gibt ihnen recht. So haben sie beispielsweise bereits 2013 gemeinsam mit Superstar Alice Cooper ein Stadionkonzert im tschechischen Brno gespielt. Ein weiteres Highlight in ihrem gemeinsamen Bandleben war ein Gig in Miami, der sich neben einer guten Show auch durch den „GTA Vice City“-reifen Cruise durch die Stadt auszeichnete. „Das war einfach der Oberhammer! Wir sind nur sinnlos durch die Gegend gefahren. Draußen Sonne und 26 Grad, in Deutschland waren es gerade minus 10 Grad.“
Doch um Erfolge zu feiern, muss man nicht immer weit fahren. Neben den großen Bühnen dieser Welt ist Salzgitter nach wie vor ein Ort, an dem sich die Band zu Hause fühlt. Hier wird sowohl geprobt als auch immer wieder gern aufgetreten, sofern es sich gerade ergibt. Grundsätzlich ist mein Eindruck von Cryptex trotz der bisher schon sehr professionellen und erfolgreichen Karriere ein sehr bodenständiger. Die Jungs wissen, was sie können und wo es hingehen soll, aber vergessen dabei nicht, wo sie herkommen. Und mit ebendieser Energie sind sie auch der globalen Pandemie begegnet.

 

 

 

 

 

Trotz der vielen Enttäuschungen, die Corona für Cryptex mit sich brachte, kann man definitiv nicht von Stillstand sprechen, wenn man auf die vergangenen zwei Jahre zurückschaut. Zwei Singleauskopplungen mit Musikvideos, eine remastered Double-Vinyl des Debütalbums –bereits ausverkauft – und schon jetzt über 20 neue Songs, die für die Produktion des nächsten Albums bereitliegen, sind aus den hinter uns liegenden Lockdowns hervorgegangen. Und genau so rasant soll es auch weitergehen. Parallel zum folgenden Album wird auch schon über eine Tour nachgedacht, die eventuell sogar Fans in ganz Europa die Möglichkeit geben könnte, die Band live zu erleben. Endlich wieder auf der Bühne stehen – das scheint hier der größte Wunsch zu sein. Denn neben einigen finanziellen Einbrüchen, die durch die etlichen abgesagten Konzerte zustande kamen, ist es natürlich für Cryptex genauso furchtbar wie für jede andere Band, so lange Zeit nicht vor Publikum spielen zu können. Andrés größter Traum wäre es, einmal als Support-Band für seine Helden von Iron Maiden spielen zu dürfen. Er selbst hält das zwar eher für unwahrscheinlich, aber man weiß ja nie … Ich jedenfalls denke, dass zukünftig noch einiges von Cryptex kommen wird und freue mich schon auf ihren Auftritt am 7. Mai im KufA Haus.

Während André mir erzählt, wie es die musikalischen Exoten Sansula und Didgeridoo auf die Platten der Band geschafft haben, leuchten seine Augen so hell, dass sie auch einem kleinen Rockstar in spe gehören könnten, der gerade seine erste E-Gitarre unter dem Weihnachtsbaum gefunden hat.

Mit kindlicher Freude berichtet der Vollblutmusiker davon, wie bei Jam- und Songwritingsessions der drei Multiinstrumentalisten von Crypex das Hauptaugenmerk auf Originalität und Spaß an der Musik liegt. Das Motto: Trust the Process! Erstmal wird so viel reingegeben, wie nur irgendwie geht, um dann wieder auf das Wesentliche zu reduzieren. Wichtig ist dem Trio nämlich auch, dass ihre Musik nicht in Selbstbeweihräucherung durch Komplexität ausartet, sondern in erster Linie angenehm zu hören ist und ihren Weg in die Ohren möglichst vieler Leute findet. Und was soll man sagen, das funktioniert einfach! „Once Upon a Time“ schafft es immer wieder mit unvorhersehbaren instrumentalen Elementen zu überraschen und so ein Hörerlebnis zu schaffen, bei dem man einfach nicht loslassen möchte.

Fotos Cora Werner

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Jannick Stuehff

Geschrieben von Jannick Stuehff

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